14.12.2012 - Autor: Fritz Leng

Die Blume in der Lehmhütte

Andrea Kalmbach, Volker Jüngling und Fritz Leng berichten von ihrer Äthiopienreise Ende November

Wir sind zu Besuch bei unseren Partnern vom YMCA in Äthiopien.

Im CCA, dem Children Center in Addis, feiern wir zusammen mit vielen der 70 Kindern und Jugendlichen das 10-jährige CCA-Jubiläum. Beim großen äthiopischen Buffet erinnern wir uns dankbar mit den Kids, wie segensreich die Geschichte dieses Zentrums trotz der vielen Veränderungen in den letzten Jahre verlaufen ist. Gleich geblieben sind der ursprüngliche Auftrag und die beiden Ziele: Armen und bedürftigen Kindern, oft Waisenkinder, zu helfen und Unterprivilegierten Ausbildung zu ermöglichen.

Wir konnten auch an der Abschlussfeier mit Zertifikat-Übergabe der Teilnehmerinnen des neuen Kochkurses im CCA teilnehmen. Jungen Frauen, die oft mit belastenden Erfahrungen aus arabischen Ländern als Hausmädchen nach Äthiopien zurückkommen, wird mit diesem neuen Ausbildungsgang eine Perspektive für die Zukunft in ihre Heimat gegeben.

Eindrücklich erlebten wir einige Hausbesuche bei neu aufgenommen Kindern im Foster-Family Programm.

 

Ein Beispiel:

Die Familie lebt an einem steilen Hang in einfachen Lehmhäusern. Vermutlich ist es eine illegal angelegte Siedlung, oberhalb dieses Hangs befinden sich teure Villen und eine breite Zufahrtsstraße. Die Lehmhütten sind über schmale und steinige Pfade zu erreichen und an dem Hang selbst gibt es auch einen Bach, der weiter unten in einen dreckigen Fluss mündet. Am Hang gibt es provisorische Holzbrücken, die zu Überquerung des Baches dienen, aber auch zum Schutz der kleineren Kinder, damit diese nicht in die Gräben fallen. Die Lehmhütten mit Planen sind meist in zwei Räume aufgeteilt, die jeweils für je 300 Birr monatlich (ca. 15 Euro, das ist viel Geld in Äthiopien) vermietet werden.

Die Mutter mit dem Namen „Blume“ ist 27 Jahre alt, kommt aus einer Region im Süden Äthiopiens und lebt bereits seit 17 Jahren in Addis. Sie wurde von ihrem Mann verlassen als das zweite Kind geboren wurde. Zu ihrem Mann hat sie keinen Kontakt mehr und sie weiß auch nicht, wo er sich befindet. Die Mutter versucht sich mit Gelegenheitsjobs wie Wäschewaschen und Geschirr abspülen etwas dazuzuverdienen. Ihre älteste Tochter heißt „Versprechen“ und wird mit ihren sechs Jahren als Foster-Kind seit kurzem vom YMCA unterstützt. Sie ist zwar zurückhaltend, aber ihr gefällt das Programm am Samstag im CCA, vor allem das Singen. Die Mutter erzählt uns, dass sie nierenkrank ist und es für sie, vor allem mit ihrer zweiten, jüngeren Tochter, schwer ist, Jobs zu bekommen. Sie hat keine Ausbildung und hat Angst vor der Zukunft. Sie freut sich über die Unterstützung vom YMCA für ihre Tochter (250 Birr monatlich) und ist dankbar für diese Hilfe.

 

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