02.12.2015 - Autor: Stefan Hoffmann

Ein Jahr nach der Zerstörung

Wie geht es weiter im landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum Obi/Nigeria (ATC)?

Es macht extrem traurig, wenn man durch die Ruinen im landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum in Obi (ATC) läuft. Viele Menschen haben hier Kraft und Herzblut investiert, viele haben von hier entscheidende technische oder geistliche Impulse für ihr Leben mitgenommen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es dieses Zentrum – und nun soll es vorbei sein?

Weil im August 2014 Fulani Milizen die Gegend unsicher gemacht haben und schamlos die Schutzlosigkeit der Menschen ausgenutzt haben, um zu plündern, Angst und Schrecken einzujagen, zu verwunden und zu zerstören? Anfangs schien das ATC mit einem blauen Auge davon zu kommen. Dank der Soforthilfe vom EJW-Weltdienst und viel Solidarität unter den Betroffenen konnte die Situation gemildert werden. Doch dann im Februar kam die Nachricht, dass auch die Gebäude geplündert und zerstört wurden. Es war eine bedrückende Nachricht. Danach war lange Unsicherheit, wie es weiter geht. Im August sind dann die ersten Mitarbeiter zurückgekehrt, haben den Schaden aufgenommen und begonnen, die Gegend zu bewirtschaften. Ein Zeichen der Hoffnung, das Mut macht, wie so viele kleine andere Zeichen:

 

1) Die Ernte

„Wir hatten seit Jahren keine so gute Ernte mehr!“ berichtet Ango Adamu, der Leiter des ATC. Alle sind sich einig, Gott segnet - auch in dieser Situation! Eine große Bedrohung in der Situation lag darin, dass durch die Verwüstungen der Felder die Ernte so klein ausfallen wird, dass die Bewohner in der Region nichts zu essen haben und dann Nahrungsmittel zukaufen müssen. Und das in einer ohnehin schon wirtschaftlich angespannten Situation. Aber der Mensch hat Angst und Gott macht was anderes – die Ernte war – obwohl die Menschen nicht auf den Feldern waren und sie bewirtschaften konnten! – „die beste Ernte seit Jahren!“ Wir sind dankbar, dass es in all dem Unglück dieses Hoffnungszeichen gibt.

 

2) Der Wille

Wir machen weiter – das ist derzeit die Haltung der Verantwortlichen im YMCA Mada Hills. Das Ausbildungszentrum soll nicht sterben, Menschen in der Region sollen von dem Wissen, der jahrelangen Lehrerfahrung und den praktischen Tipps profitieren. Daher soll im Jahr 2016 der unterbrochene Kurs abgeschlossen werden. Parallel plant das ATC zusammen mit der Northern Zone einen Prozess zur Evaluierung und eventuellen Neuausrichtung des ATC. Der Wille ist da, weiter zu machen.

 

3) Das Obdach

Interessant war, als wir im Oktober diesen Jahres im ATC waren, zu sehen, wie viele Menschen derzeit dort leben. Die Studenten sind noch nicht zurückgekehrt, haben noch Angst. Auf dem Gelände gab es aber noch bewohnbare Gebäude. Und plötzlich fragten Menschen an: Können wir bei Euch wohnen? Nigerianer, die in der Region ihr Haus und ihr Land verloren hatten, fragten im ATC nach Unterschlupf. Und es wurde selbstverständlich gewährt. Bis Januar können die Binnenflüchtlinge nun dort unterkommen, das Gelände bewohnen, auf den Feldern mitarbeiten und so die Zeit überbrücken, bis sie wieder in ihre Heimat können. Ein tolles Zeichen der Solidarität, wo Menschen, die von Ruinen umgeben sind, anderen Schutz und Unterkunft gewähren – ein tolles Zeichen!

 

Das ATC will weitermachen – im Jahr 2016 werden dazu weitreichende Entscheidungen getroffen werden – beten Sie bitte mit, dass wir als Partner mit den Verantwortlichen vor Ort der Situation gerecht werden können und das ATC wieder eine prägende Rolle im Leben von Menschen spielen kann.

 

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