03.05.2017 - Autor: Henrike Schmidt / Redaktion: Gisela Schweiker

„Jeder Mensch trägt eine Ikone in sich“

Gefängnispfarrerin Henrike Schmidt (Asperg) und Hans-Joachim Janus im Ostergottesdienst in Piatra Fontanele (Foto: privat)

Ostern im Kloster Piatra Fontanele/Rumänien

"Jeder Mensch trägt eine Ikone in sich" - Diese Oster-Botschaft bringen Gefängnispfarrerin Henrike Schmidt und der EJW-Weltdienst-Vorsitzende Kirchenrat Hans-Joachim Janus aus erfüllten Tagen im orthodoxen Frauenkloster Piatra Fontanele in Rumänien mit. Und das ganz anschaulich: Schwester Magdalena hat für die Gefängnisgemeinde auf dem Hohenasperg zwei Ikonen, die Christus – Ikone und die Muttergottes- Ikone gemalt. Im Ostergottesdienst wurden diese beiden Ikonen feierlich überreicht.

Die Ostertage im Kloster waren geprägt, durch die Ostergottesdienste, die Gesänge der Schwestern, die gemeinsamen Gebete, aber auch durch die herzliche Gemeinschaft und die spürbare Herzensliebe der Schwestern vom Piatra Fontanele. Besonders beeindruckt hat mich, dass in jedem orthodoxhen Gottesdienst für gefangene Menschen gebetet wird. „ Für die Reisenden, die Kranken, Notleidenden und Gefangenen und um ihr Heil lasset zum Herrn uns beten.
“ In dieses Gebet sind alle Gefangenen weltweit eingeschlossen, die in Rumänien, die in Syrien und auch die Männer des Vollzugskrankenhauses und der Sozialtherapeutischen Anstalt auf dem Hohenasperg. 

Während der sechstägigen Reise besuchten wir das Gefängnis in Bristina und bekamen so Einblicke, in eine verschlossene Welt. Priester Johann berichtete uns von seiner Arbeit. Er betreut rund 450 Gefangene, die zum Teil in Zellen mit bis zu 26 Mann untergebracht sind. Die inhaftierten Männer,  stehen oft am Ende ihrer langjährigen Haft  und sollen in Bristina auf die Freiheit vorbereitet werden. Prister Johann geht mit gelockerten Gefangenen in Altenheime und Krankenhäuser, er Pilgert mit ihnen, oder vermittelt Arbeit in einem der umliegenden Klöster. Auch in Piatra Fontanele war schon einmal ein Mann aus dem Gefängnis in Pristina um dort mitzuhelfen. „Ihm war die Gemeinschaft und die Beichte viel wichtiger als die Arbeit – so viel lag auf seiner Seele“ erzählte eine der Schwestern.

Ob in Rumänien oder in Deutschland inhaftierten Menschen liegt viel auf der Seele, oft sind es Lebenswunden und Lebensnarben, die immer wieder neu schmerzen. Die Herzensliebe der Schwestern kann da heilend sein und das über Landesgrenzen hinweg. Denn die beiden Ikonen sind jetzt im Kirchensaal auf dem Hohenasperg und erinnern die Gemeinde daran, dass jeder – auch jeder schuldig gewordene Mensch – ein Abbild Gottes in sich trägt.

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