12.12.2016 - Autor: Andrea Kalmbach

Manchmal muss man auch quer denken

Pamphilia ist seit 1995 Äbtissin des Klosters Piatra Fontanele (Foto: Andrea Kalmbach)

Das Geheimnis der Nonnen von Piatra Fontanele

Nonne Pamphilia wird mit Anfang zwanzig vom Metropoliten der orthodoxen Kirche in Rumänien gefragt, ob sie Piatra Fontanele, ein Kloster in den Ostkarpaten, neu aufbauen will. Politisch bedingt war es geschlossen und Teile davon zerstört worden.

Nach anfänglichem Zögern beschließt Pamphilia sich dieser großen Aufgabe anzunehmen. 1995 wird sie als Äbtissin mit weiteren Nonnen in Piatra Fontanele eingesetzt. Es folgen viele Jahre des mühsamen Aufbaus. Durch zwei Work Camps des EJW-Weltdienstes entstehen neben Klostergebäuden tiefe Freundschaften. Mit einer Nähwerkstatt für liturgische Gewänder und dem Schreiben von wunderschönen Ikonen bezieht das Kloster seine Einnahmen für das tägliche Leben und soziale Projekte. Die Äbtissin und die Nonnen kümmern sich um die Belange der Menschen in den abgelegenen Dörfern, nehmen Waisenkinder auf und unterrichten die Kinder aus dem Umland in der Dorfschule.

Ich frage Pamphilia, was ihr Geheimnis ist, dass die gute Stimmung unter den Nonnen nicht abbricht, bei so herausfordernden Aufgaben. Pamphilia schaut mich an und antwortet: „Manchmal muss man auch quer denken und manchmal muss man sich auch unterbrechen lassen und einfach eine Pause machen, sich Zeit nehmen für die Gemeinschaft. Im vergangenen Winter hatten wir so viel zu tun, da habe ich beschlossen, dass alle ihre Arbeit liegen lassen und wir vor dem Kloster Ski- und Schlittenfahren. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir alle bis in die Nacht im Schnee getobt haben und glücklich und erschöpft ins Bett gefallen sind.“

Gebet, Arbeit und Freude stehen im Einklang miteinander. Das Kloster hat eine Strahlkraft weit in die Umgebung hinaus. In Piatra Fontanele wird Glaube und Kirche für mich greifbar. Weil Menschen dort leben, was Christus uns aufgetragen hat. Sie fühlen sich als Gesegnete und geben in ihrem Umfeld den Segen weiter.

 

aus: Andachtsheft 2017 des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg

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