16.07.2014 - Autor: Ursula Hettinger, Länderausschuss Sudan im EJW-Weltdienst

Mutiger Auftritt einer jungen Medizinstudentin

Mona Wageeh bei ihrem Vortrag im YMCA Khartoum (Foto: William Wageeh)

YMCA Khartoum positioniert sich gegen Gewalt an Frauen

Wieder erreicht uns ein eindrucksvoller Bericht aus dem YMCA Khartoum/Sudan, der uns staunen und aufhorchen lässt. Im vergangen Monat hat sich Mona Wageeh, Medizinstudentin und Tochter des Vorsitzenden des YMCA Khartoum, in einem Vortrag öffentlich gegen jeglicher Art von Gewalt gegen Frauen ausgesprochen.

Im Rahmen der Graduiertenfeier des YMCA-Computer- und Englischkurses in Khartoum fand dieser engagierte Vortrag statt. Junge Absolventen, Frauen wie Männer, hörten die klaren und mutigen Worte von Mona Wageeh, mit denen sie die verschiedenen Arten von alltäglicher Gewalt schilderte. Diese sind vor allem in der sudanesischen Tradition einer Männergesellschaft begründet.  

Mona Wageeh berichtete über sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz, Vergewaltigungen in der Ehe und außerhalb, Kinderehen, Frauen- und Mädchenhandel. Zusätzlich wurde von Mona Wageeh das Thema Genitalverstümmelung herausgestellt. Diese in Afrika weit verbreitete Praxis wird mit folgenden traditionellen Rechtfertigungen begründet: der islamischen Religion, der männliche Psyche, dem kulturellen Erbe der Initiation (Aufnahmeritual in Erwachsenenwelt) wie auch vorgeschobenen Hygieneargumenten.

Da sich die meisten dieser Gewalttaten im großen familiären Rahmen abspielen, ist wenig Zugriff möglich. Bittere Konsequenzen dieser Übergriffe sind ungewollte und abgebrochene Schwangerschaften, erhöhte Säuglingssterblichkeit, alle Arten von Depressionen bis zu Selbstmord, Übertragung von schweren Krankheiten, inhumane Verletzungen.

Wenig bekannt ist die Situation der Frauen in Krieg und Vertreibung. Der Sudan ist bis heute in seiner Geschichte geprägt von verschiedensten Machthabern, Religionen und damit einhergehenden lang andauernden Fehden und Kriegen. In der Folge werden Frauen zu Witwen, schutzlos vertrieben und ihrer traditionellen Rolle beraubt. Die Hüterin des Hauses kann weder für Wasser noch für Nahrungsmittel, weder für Gesundheit noch für Bildung sorgen. In den Flüchtlingslagern spüren Frauen und Mädchen nationale und internationale Männergewalt, Armut und den Verlust von hilfreichen Familienstrukturen. Traumatisiert müssen sie mit heimkehrende Kindersoldaten und Kriegervätern in hastig hochgezogenen Camps neu beginnen.

Am Ende ihres Vortrags bittet Mona Wageeh um mehr Aufmerksamkeit für die Aufwertung der Frau in der sudanesischen Gesellschaft. Frauen sind große Friedensbotschafterinnen, die  Menschlichkeit und Frieden in den Sudan zurückbringen können.

 

 

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