13.10.2015 - Autor: Gottfried Gronbach / Walter Wolf, Länderausschuss Nigeria

Neubeginn nach Zerstörung und Gewalt

Das Ausbildungszentrum des YMCA in Ikposogye nach der Zerstörung (Foto: YMCA Mada Hills)

Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebs in Ikposogye/Nigeria für 2016 geplant

Wie bereits berichtet, war das ATC (Agricultural Training Center) des YMCA Mada Hills/Nigeria - ein vom EJW-Weltdienst unterstützte Landwirtschaftsprojekt  - Ende August 2014 Ziel eines Überfalls. Fulani-Milizen hatten das benachbarte Dorf Ikposogye/ Obi überfallen und besetzt, Häuser angezündet und die Bewohner mit Waffen bedroht. Davon blieb auch das ATC nicht verschont.  

Im Juni 2015 konnte Gottfried Gronbach, Vorsitzender des Länderausschusses Nigeria im EJW-Weltdienst zusammen mit Martin Barth und Jürgen Baron von der CVJM AG (ein Zusammenschluss von verschiedenen Großstadt-CVJM in Deutschland) mit den Verantwortlichen des YMCA Mada Hills zusammentreffen. Aufgrund der engen Reiseplanung und der Schwerpunktsetzung auf andere Ziele war es nicht möglich den YMCA Mada Hills und vor allem ATC (Agricultural Training Centre) zu besuchen, auch wenn die Sicherheitslage das wieder zugelassen hätte.

Gottfried Gronbach schildert seine Eindrücke im Folgenden kurz zusammengefasst:

Nach dem Überfall und den kriegerischen Auseinandersetzungen im unmittelbaren Umfeld des Projektes im August 2014 herrschte lange Unklarheit über die Gesamtsituation. Die Hoffnung, dass nach den Wahlen im Frühjahr diesen Jahres die Lage sich wieder stabilisieren wird, scheint sich jetzt zu bestätigen. Die Wahl von Muhammed Buhari zum nigerianischen Präsidenten und auch die Bestätigung des amtierenden Gouverneurs im Bundesland Nassarawa hat für das ATC und die Region Obi bis jetzt keine nachhaltige Wirkung gezeigt.

Die Lehrer und Angestellten des ATC waren bis zum Mai weiterhin sehr provisorisch im halbfertiggestellten Youth Hostel Education Center (YHEC) in Lafia untergebracht.

Sporadisch gab es Reisen ins rund 70 Kilometer entfernte ATC und natürlich auch zaghafte Versuche zurückzukehren. Es gab nie den konkreten Moment, in dem gesagt werden konnte, jetzt sei alles wieder friedlich. Doch konnten die Lehrer und Angestellten und zwei ehemalige Schüler wieder zurückkehren und in die wenigen noch bewohnbaren Unterkünfte für Schüler einziehen.

Den bisherigen Durchbruch gab es dann im Mai, als die Felder wieder angebaut werden konnten. Die Wiederaufnahme der Arbeit im Projekt ist nicht risikolos, denn der Konflikt ist bei weitem nicht beigelegt. Das Sicherheitsrisiko ist jedoch kontrollierbar geworden, seit die schwer bewaffneten Fulani Milizen abgezogen sind. Durch die Bewirtschaftung der Felder gibt es für die Mitarbeitenden im ATC wieder eine Lebensgrundlage und vor allem eine Perspektive.

Es ist der erklärte Wille und das Ziel der Verantwortlichen im YMCA Mada Hills, das ATC und die landwirtschaftliche Ausbildung wieder aufzubauen. Die Wiederaufnahme des Schul- und Ausbildungsbetriebs soll zum Jahresanfang 2016 ermöglicht werden. Wie viele Schüler dann starten können, hängt noch von vielen unbekannten Faktoren ab.

Es ist sehr beeindruckend, dass die Verantwortlichen sich nicht durch Zerstörung und Trauma entmutigen lassen haben, sondern dass Perspektiven entwickelt und positive Ziele gesetzt wurden – und das alles ohne auf Hilfe und finanzielle Unterstützung zu warten.

Freilich wurden durch den EJW-Weltdienst nicht geringe Beträge als Sofort- und Nothilfemaßnamen bereit gestellt, aber nach dem, was Gottfried Gronbach von seiner Reise an Eindrücken mitgebracht hat, wurde jeder Euro sehr gut angelegt.

Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: