13.12.2016 - Autor: Tabea Kölbel, Bereichsleiterin CVJM weltweit im CVJM Deutschland

Niemand darf verloren gehen

Hoftum und Opa Kasai freuen sich über den Besuch aus Deutschland (Foto: Tabea Kölbel)

Ein Bericht aus dem YMCA in Äthiopien

Die diesjährige Weltbundgebetswoche durfte ich gemeinsam mit Delegierten des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) in Äthiopien erleben. Das Thema „Leaving no one behind – Niemand darf verloren gehen“ bekam dort für mich eine besondere Bedeutung. Konfrontiert mit den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in einem der ärmsten Länder der Welt wurde mir neu bewusst, wie relevant unsere Arbeit im CVJM weltweit ist – in Wort und Tat. 

Bei einem Besuch im YMCA Adwa laufen wir gemeinsam mit dem verantwortlichen YMCA-Sozialarbeiter Nagassi durch die Straßen in der Stadt. Von „Opa Kasai“ werden wir schon erwartet.

Durch einen Hinterhof erreichen wir sein Haus – ein einfacher Raum, spärlich eingerichtet, ein einfaches Wellblechdach. Der blinde alte Mann, der seinen Enkel Hoftum und dessen jüngeren Bruder nach dem Tod der Eltern bei sich aufgenommen hat, strahlt trotz der widrigen Umstände eine unglaubliche Heiterkeit aus. Er begrüßt uns stehend und hält eine Begrüßungsrede. Unter anderen Umständen wäre vielleicht ein Staatsmann aus ihm geworden.

Hoftum erzählt uns, welche Auswirkungen die Unterstützung des YMCAs auf sein Leben hat. Fritz Leng kennt Hoftum schon seit vier Jahren. Seitdem sie sich zum ersten Mal begegnet sind, ist Hoftum gewachsen. Ein junger Mann ist aus ihm geworden.

Als Gäste nehmen wir auf dem einzigen Bett im Raum Platz. Über dem Bett hängt der aktuelle Stundenplan für das Jahr 2009 (Ehtiopian Calender!). Hoftum geht auf das Don Bosco Technical College in Adwa und studiert dort Mechanical Engineering. Wie sein Opa freut er sich sichtlich über den Besuch aus Deutschland. „I only worry about the children, not about me. My time has passed,“ sagt Opa Kasai. „Möge Gott uns helfen.“

Mit dem Motorradtaxi geht es gemeinsam mit Hoftum weiter zu Nahum und seiner Großmutter. Die Kleidung von beiden ist zerrissen, die große Armut ist auch in dem kleinen Zimmer, in dem sie leben, greifbar.

Nahums Mutter ist, als er sieben Monate alt war, an Aids gestorben. Seitdem kümmert sich die Oma um den 7-jährigen Wirbelwind. Hoftum und Nahum sind Freunde. Sie kennen sich aus dem YMCA, wo sie sich immer samstags treffen. Sie lieben die biblischen Geschichten, das Frühstück und den Fußball. Hoftum singt auch gern und Nahum mag besonders die YMCA-Bücherei.

„Wenn ich groß bin, möchte ich Arzt werden,“ sagt er uns. In dem Gesrpäch wird schnell deutlich, warum: Nahum ist HIV-positiv und muss täglich morgens und abends mehrere Tabletten schlucken. Als er vier Jahre alt war, wurde die Diagnose beim dritten Test gestellt. Die Oma zeigt uns die Pillen – nach all den Jahren ist sie sichtlich bewegt. „I care for him – ich kümmere mich um ihn,“ sagt sie.

Wie gut, denke ich auf dem Weg nach draußen, dass es Menschen im YMCA in Adwa gibt, die sie dabei unterstützen.

Damit Jungen und Mädchen wie Hoftum und Nahum nicht verloren gehen, engagiert sich der YMCA in Äthiopien für Straßen- und Waisenkinder in Pflegefamilien und gibt damit Kindern eine Zukunftschance.

Mit einer geringen monatlichen Unterstützung können Kinder in schwierigen Lebensumständen zuhause bei Verwandten oder in Pflegefamilien leben. Der YMCA finanziert zusätzlich Kleidung und Schulmaterialien und bietet in seinen Jugendzentren eine behütete Umgebung und gute Betreuung für die Kinder. Auf diese Weise werden derzeit mithilfe des deutschen CVJM 300 Straßen- und Waisenkinder in Äthiopien unterstützt und begleitet.

Danke, wenn Sie mithelfen, dass Kinder und Jugendliche eine Zukunftsperspektive erhalten. Schon mit 35 Euro monatlich kann einem Kind ein Platz in einer Pflegefamilie gesichert werden. 

 

Mehr Informationen über die Partnerschaftsarbeit des EJW mit dem YMCA Ethiopia:
http://www.ejw-weltdienst.de/laender-und-projekte/aethiopien/

 

Spendenkonto:
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
EJW-Weltdienst
Evangelische Bank (EB)
IBAN: DE24 5206 0410 0400 4054 85; BIC: GENODEF1EK1
Projekt-Nr. ETH105 Äthiopien – Straßenkinder

Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: