28.06.2017 - Autor: Sarah Böhmler

Rethinking Youth Mobility

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops "Rethinking Youth Mobility"

Ein Bericht vom International Workcamp Nigeria 2017

"Rethinking Youth Mobility" (Jugendbegegnung neu denken) - Unter diesem Motto fand vom 16. bis 20. April 2017 die Begegnung von acht deutschen CVJM-/ EJW-lern und etwa 40 nigerianischen YMCA-lern der Northern Zone in Jos statt. Es war eine tolle Mischung aus (fast) jungen Menschen. Diskutieren über Jugend-Austausch, gemeinsames Arbeiten, frühmorgendlicher Morgensport (6:00), Essen, Singen und Beten schweißte die Gruppe regelrecht zusammen, angereichert durch multikulturelle Andachten,  Ausruhen unterm  Mango-Baum, Lachen und viele interessante Fragen.

Wichtig war vor allem auf nigerianischer Seite, dass trotz Visa-Schwierigkeiten eine nachhaltige und tiefgehende Beziehung entstehen kann und das alltägliche Leben geteilt wird (Jugendgruppen treffen sich per Skype/Facebook oder andere Soziale Medien). In Anbetracht der schwierigen Visum-Situation sind Reisen heutzutage nicht nur teuer, sondern vor allem auch schwierig durchzuführen.

Unsere nigerianischen Partner wünschen sich, dass wir dem negativen Nigeria-Bild in Deutschland entgegenwirken. Durch die Begegnungen im Camp konnte die deutsche Gruppe Vorbehalte und Bedenken (Angst vor Krankheit, politische Unsicherheit etc.) ausräumen und die Zeit genießen. Beeindruckend war für die deutsche Gruppe, wie sich die jungen YMCA-ler in ihren Communities sowohl sozial wie auch gesellschaftlich engagieren und „Youth Mobility“ vor Ort bereits leben und regionale und überregionale Netzwerke nutzen. 

Im Anschluss an das Camp bot sich der deutschen Gruppe die Gelegenheit, verschiedene YMCAs der Northern Zone (Jos, Bauchi, Lafia) zu besuchen und das Engagement vor Ort zu erleben. Wir alle nahmen Impulse mit, was alles in der Freundschaft möglich ist. Am 23. April traten wir zwar müde aber voller schöner und bereichernder Erfahrungen die Heimreise in das kalte Deutschland an!

 

Nigerianer kommen nach Deutschland

Die Trennung von manchen Nigerianern ist zum Glück kurz: Im August kommen voraussichtlich zehn von ihnen für drei Wochen nach Deutschland! Sie werden beim Reformations-Camp in Wittenberg zusammen mit anderen weltweiten Teilnehmenden am Thema Nachhaltigkeit weiterarbeiten.

Auch beim Sommerkino des CVJM Kusterdingen wird diese Gruppe ein Beiprogramm zum Film „Der Imam und der Pastor“ gestalten.

Termin: Mittwoch 09.08.2017, ab 19:00 Uhr.

Das Kino METROPOL befindet sich in der Lederstraße 5, 72127 Kusterdingen.

 

Weitere Stimmen der Teilnehmenden:

Johanna:

Zwischen den kunterbunten Programmpunkten gab es auch immer wieder Zeit für Gespräche und persönliche Begegnungen. Ob beim Herumzeigen von Fotos, Vorstellen der eigenen Jugendprogramme oder dem Umdichten nigerianischer Lieder - es gab ständig Grund zum Staunen und viel zu lernen.

Zum Beispiel von Esther, einer Frau die sich im YMCA Chugwi engagiert. Sie erzählt uns aus ihrer Arbeit. Es gibt viele Probleme, denen sich der kleine, ländliche YMCA stellen muss: viele Einwohner unterhalb der Armutsgrenze, nationale Flüchtlinge, Jugendliche die die Schule abbrechen, Drogen konsumieren oder keinen Job finden. Die Leute in diesem YMCA haben kaum finanzielle Mittel um die Lage zu verbessern, trotzdem setzen sie sich mit aller Kraft für ihre Nächsten ein. Sie sprechen mit den Jugendlichen, erläutern ihnen, wie wichtig Bildung ist, organisieren ein Oster-Camp für Kids und unterstützen die Armen, wo sie nur können.
Außerdem fordert uns die tatkräftige Frau, die uns außerdem während des Workcamps zusammen mit einigen anderen Frauen wunderbar verköstigte, persönlich heraus: „Ihr seid noch jung! Solange ihr jung seid, könnt Ihr der Gemeinschaft am besten dienen!“ In Nigeria, so haben wir gelernt, gilt man bis Mitte dreißig als Jugendlicher. Ganz sicher ist das eine Aussage, über die wir auch hier in unseren Gruppen und Kreisen debattieren können und sollten.

 

Sarah:

Die Nigerianer können super gut reden und ihre Meinung vertreten! Wir kamen uns im Vergleich wie blutige Anfänger vor. Ihre Aussagen sind auch ohne richtige Vorbereitung klar strukturiert und schlüssig.

Abends gab es im Camp das "Radio Lamingo", bei dem immer eine andere Gruppe das Tagesgeschehen zusammengefasst hat. Die Idee fanden wir alle super, die Beiträge waren auch total witzig. Wir haben zwar nicht immer alles verstanden, aber das Gelächter war mitreißend. Wollen manche von uns auch einführen.

Was mich an einem Punkt überrascht hatte, war die Aussage einer nigerianischen Teilnehmerin: Sie hatte nicht erwartet, dass wir Weißen richtig mitarbeiten beim Workcamp. Und wenn, dann nur die Männer. Sie selbst hätte das nicht von sich erwartet, aber in der Gruppe hat sie es ausprobiert und gemerkt, dass es ihr Spaß macht.

  • Was uns alle begeistert hat, war die Präsentation des YMCA Chugwi: Frauenpower pur!

  • Der YMCA Lafia hat innerhalb eines Tages ein Board-Meeting für uns organisiert. Zu Beginn haben sie sich erst mal entschuldigt, dass so viele Mitglieder fehlen - obwohl nicht mal alle in den (sehr kleinen) Raum gepasst haben und einige draußen stehen mussten. Das hätte bei uns wahrscheinlich mit wochenlanger Planung nicht so gut funktioniert!

  • Manche YMCAs feiern viermal im Jahr einen Youth-Birthday, bei dem alle Geburtstagskinder der letzten vier Monate gefeiert werden. Es gibt kleine Vorführungen und ein gemeinsames Essen. Dieses gemeinsame Feiern ist auch sehr schön.

  • Als die Bauchi-Gruppe mit kaputtem Auto am Straßenrand stand, haben ganz viele andere Autofahrer angehalten um zu helfen (kannten sich irgendwie auch alle). Enorme Hilfsbereitschaft!

 

Zum Download:
Reisebericht von Sarah Böhmler mit Bildern

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