12.06.2015 - Autor: Sabine Österreicher, ehrenamtliche Mitarbeiterin EJW-Weltdienst

Sich selbst als Teil der Gemeinschaft erlebt

Teil der Workcamp-Gemeinschaft sein (Foto: Gisela Schweiker)

Geniale Workcamp-Aktion auf dem Kirchentag 2015

Bekannt sind wir für unsere Workcamps, welche wir Jahr für Jahr im Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW) organisieren und immer mehr und mehr junge Menschen dafür gewinnen. Warum? Weil es unglaublich prägend ist, gemeinsam etwas zu schaffen. Weil wir Teil der Gemeinschaft sein wollen. Weshalb also nicht ein „kleines Riesen-Workcamp“ mit all den Besucherinnen und Besuchern des Kirchentags auf die Beine stellen?! Da wir Teil der Gemeinschaft sein wollen und sind, wollen wir uns während des Gottesdienstes anschauen, so dass tatsächliche Begegnung auf Augenhöhe stattfinden kann.
So entstand die Idee einer runden Kirche. Hauptinitiatoren waren Martin Dippon, Lukas Pallmann und Sven Kauer, die mit Hilfe von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern des EJW-Weltdienstes dieses Projekt umsetzten. Bei dem Bau unserer Rundkirche haben wir unseren Glaube erneuert, uns gefragt was uns jungen und junggebliebenen Menschen heutzutage bezüglich der Kirche bewegt.

Täglich von 10 bis 19 Uhr waren etwa 70 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen in drei Schichten eingeteilt, so dass immer jemand an unseren neun Stationen sowie an unserem Info-Zelt unterstützend vor Ort war. Es wurden 2.000 Holztafeln, 1.500 Plexiglasscheiben, 14 große Deckenteile selbst gestaltet, kreativ, interessant, genial, individuell. Jeder nach seinem Charakter, seiner Herkunft, seiner Mentalität, seiner Religion,… ganz individuell. Von mehr als 300 Besuchern täglich wurde so während des Kirchentages die Rundkirche aus Holz fertiggestellt. Täfelchen für Täfelchen, Baustein für Baustein. 

Hohen Besuch erhielten wir von unserem Landesbischof Frank Ottfried July, der zum Einweihungsgottesdienst kam und motivierende Worte an uns und unsere Gäste richtete:

„Dies ist ein Symbol für lebendige Bausteine, getragen von Vielen.
Hier wird sichtbar, dass Kirche weltweit ist.“

Zudem kamen die Präsidentin der württembergischen Landessynode, Inge Schneider, sowie die Direktorin des evangelischen Oberkirchenrates, Margit Rupp, in der Rundkirche vorbei. Unser Dank geht an jeden einzelnen, der ein Baustein war, für jeden einzelnen Besucher, der einen Beitrag leistete für den Aufbau dieser Kirche. Ein Dank an Jeden und Jede, die ihr an unserer Rundkirche Halt gemacht und ein Baustein gestaltet habt. Ihr seid ein Teil der internationalen Gemeinschaft, ein Baustein Gottes. Glaube bedingt ständige Auseinandersetzung  und Erneuerung. So wie der Landwirt immer wieder auf das Neue seine Saat sät, hegt und pflegt, bis sie blüht und aufgeht, so ist unser Glaube. Er benötigt ständige Erneuerung und Auseinandersetzung. So entstand die Idee dieser Rundkirche. Individuell, international, flexibel, offen und vielseitig nutzbar. Immer wieder neu gestaltbar.

Die Decken sind mit christlichen Symbolen aus unseren Partnerländern gestaltet worden. Hier gilt auch ein dickes Dankeschön an die Beutelsbacher Kunstschule, die hervorragende Arbeit leistete und die Symbole für unsere Kirchentagsbesucher und Besucherinnen vorzeichnete.

Gemeinsam haben wir es vollbracht: eine äthiopische Rundkirche (Tukul) ist entstanden. Es wurde zum Selbstläufer. Jeder und Jede packte mit an. Viele kamen und brachten sich ein, blieben, weil sie sich wohl fühlten. Als Teil der Gemeinschaft. So entstand spontan allabendlich um 18:30 Uhr eine kleine Abendandacht in der Rundkirche. Am Samstagabend spielte in der Kirche die stimmungsvolle Band „lifetape“, die mit ihren Texten vorbeigehende Leute zum Verweilen und Nachdenken gebracht haben.

In Zukunft wird unsere Rundkirche auf dem Freizeitheim „Egenhäuser Kapf“ bei Altensteig stehen. Heinz Banzhaf, der Leiter des Freizeithauses, kam persönlich vorbei, um mitzuerleben, wie die Kirche genutzt wurde. Sie soll dort als Andachtsraum genutzt werden, als Kirche im Grünen und Schulklassen und Freizeitgruppen dazu dienen, sich mit den verschiedenen Partnerländern des EJW-Weltdienstes auseinanderzusetzen. Mit einem festen Boden versehen, soll sie für Jedermann und Jedefrau zugänglich sein, für die Freizeitgruppen auf dem Kapf als auch für Wanderer die vorbeikommen um inne zu halten. Es passen bis zu 100 Menschen hinein.

Es ist ein Wunder - wie oft im Leben hat man das Glück, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die ihre eigene Kirche baut?!

Einen kleinen Eindruck, wie es rund um die Rundkirche zuging, gibt das Zeitraffer-Video von Tobias Schneider.

 

Jährlich organisiert der EJW-Weltdienst seit mehr als 50 Jahren Workcamps in der ganzen Welt. Bisher fanden mehr als 120 Workcamps, früher Aufbaulager genannt, auf 4 Kontinenten, mit mittlerweile mehr als 4.000 Jugendlichen in 22 Ländern statt. Auch dieses Jahr gibt es zwei Workcamps, für die man sich noch anmelden kann: vom 8.-22. August 2015 in Mittelengland und von 17.-28.08.2015 eine Jugendbegegnung mit jungen Palästinensern in Süddeutschland.
Mehr Infos gibt es unter www.ejw-reisen.de

 

 

 

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