24.07.2017 - Autor: Mechthild Belz

"Veranstaltungen wie diese rütteln mich auf"

Foto: Mechthild Belz

Junge Erwachsene gewinnen Einblicke bei "Weltdienst Insight"

Wem gehört das Land? Im globalen Wettlauf um große Agrarflächen investieren Konzerne, Länder und Eliten. Dabei geht es um Ernährungssicherung und die Deckung des steigenden Bedarfs an Agrotreibstoffen, aber auch um Renditen. Die wirtschaftliche Dynamik ist schwer durchschaubar. Dennoch hat sich eine Gruppe von jungen Erwachsenen Mitte Juli beim "Weltdienst Insight" Einblick in das komplexe und politische Thema des Land Grabbing (Landnahme bzw. Landraub) verschafft. Karo, 23 Jahre alt, stellte fest: „Ich finde es gut, dass es Angebote wie das Weltdienst Insight gibt. Im Alltag lebe ich oft in einer Art Blase – Veranstaltungen wie diese rütteln mich auf.“ Nach dem Weltdienst Hüttenwochenende Ende April bot dieser Fachtag für junge Erwachsene eine weitere Plattform sich mit Themen einer gerechten Welt und der Partnerschaftsarbeit des Weltdienstes auseinander zu setzten.

Die Landnahme in Entwicklungsländer hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Investoren versprechen Arbeitsplätze, Technologie und Infrastruktur. Regierungen und politische Organisationen erhoffen sich durch Verkauf oder Verpachtung von Agrarflächen Entwicklung im Land. Doch die Landnahme hat verheerende Folgen für die Bevölkerung vor Ort: Kleinbäuer*innen müssen umgesiedelt oder vertrieben werden, Felder können nicht mehr beackert werden, die Menschen sind abgeschnitten von ihren Zugängen zu Brennholz oder Wasser – den Betroffenen wird die Lebensexistenz entzogen.

Ressourcenkonflikte in den EJW-Weltdienst-Partnerländern

Die Folgen von Landnahme konkretisierten sich beim „Weltdienst Insight“ durch die Berichte über Ressourcenkonflikte in Ländern der EJW-Weltdienst-Partnerschaften. Lena Damrow, ehemalige Freiwillige des EJW-Weltdienstes, berichtete über die Agrarindustrie am Beispiel der Rosenfarmen im Süden Äthiopiens und zeigte Folgen der Siedlungen ausländischer Bauarbeiter auf die Preise für Grundnahrungsmittel in der Region auf. Markus Schleeh, Mitglied des Länderausschusses Palästina, Rumänien und Slowakei, zeigte anhand einer Karte die geografische Lage der israelischen Siedlungen in der Westbank und verdeutlichte die Folgen für die palästinensische Bevölkerung, auch im Bereich der Landwirtschaft.

Die Frage, wie wir uns mit den Menschen in unseren Partnerländern solidarisieren können und für Menschenrechte einstehen, führte zu einem spannenden Austausch. Dabei standen die verschiedenen Möglichkeiten der Multiplikation von Informationen über die Folgen von Land Grabbing im Vordergrund. „Ich finde es wichtig, dass wir auf Nachhaltigkeit achten. Dabei dürfen wir die Bildung nicht unterschätzen", so Jenny, 18 Jahre. Aber auch die Forderung nach politischer Aktivität durch Unterstützung von Kampagnen und Petitionen oder die Forderung nach Transparenz erschienen den Teilnehmenden als adäquate Handlungsmöglichkeiten. Trotz der beklemmenden Situationen der Betroffen und die Komplexität der Dynamiken spricht sich Jonathan, 24 Jahre, für eine positive Haltung aus: „Wenn ich was in dieser Welt verändern will, darf ich nicht sagen 'Alles ist schlecht!' “ 

Alle junge Leute mit Interesse am Austausch über Themen für eine gerechte Welt sind eingeladen, Teil des Jugendnetzwerks im EJW-Weltdienst zu sein:
Weitere Infos zum Jugendnetzwerk

 

Weitere Informationen zum Thema Land Grabbing:

 

Material und Methodenbausteine zum Thema gerne auf Anfrage bei

Mechthild Belz
Landesreferentin für entwicklungsbezogene Bildung
E-Mail: mechthild.belz@ejwue.de

 

 

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