20.06.2013 - Autor: Werner Bitzer

Viele Räder in Bewegung

Foto/Copyright: Helmut Mornhinweg/ejw-Weltdienst

Fahrrad-Projekt in Adama gestartet

Nun sind wir also wieder mit sehr vielen Eindrücken aus Adama (Äthiopien) zurück. Wir, das sind Werner Bitzer, Matthias Fingerle (beide Walddorfhäslach) und Helmut Mornhinweg (Sindelfingen). Im Auftrag des ejw-Weltdienstes waren wir vom 1. bis 16. Juni 2013 zum Start und Eröffnung des Fahrrad-Projektes in Adama, etwa 90 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

 

Projekt-Entwicklung

Was hat sich nicht alles bewegt in den letzten Jahren und Monaten. Nach einigen Überlegungen und Gesprächen kam im März 2010 kam die konkrete Idee einer Fahrrad-Werkstatt (Bicycle-Workshop) auf. Zwischen Februar und Juni 2011 erarbeitete der YMCA Ethiopia ein konkretes Konzept. Im Herbst 2011 wurde das Konzept von den Gremien des ejw-Weltdienstes beraten und beschlossen. Im Frühjahr 2012 wurden gute gebrauchte Fahrräder bei verschiedenen Fahrradbörsen gesammelt und in Zusammenarbeit mit TuS e.V. (Technik und Solidarität Stuttgart) gelagert, sowie die notwendigen Werkzeuge beschafft. Am 14. Juli 2012 konnten zwei Container mit Fahrrädern und Werkzeugen beladen werden. Mit Unterstützung der GIZ gingen sie über Hamburg nach Djibouti, von dort per LKW in den „Dry Port Mojo“ (Zolllager). Im November 2012 konnten unsere äthiopischen Partner nach langen und mühseligen Verhandlungen zusammen mit Christian Wöhrle (Rutesheim) die Container aus dem Zollager an den Bestimmungsort Adama bringen.

 

Vorbereitungen in Adama

Unsere äthiopischen Partner waren in den letzten Monaten sehr aktiv. Fundamente wurden vorbereitet. Als die Container eingetroffen waren, wurden Mauern und ein Dach aufgezogen. Lange war unklar, wie es denn nun weiter gehen werde, da sich in Äthiopien zwischenzeitlich einige gesetzliche Vorgaben für gemeinnützige Organisationen geändert haben. Dann kam die lang ersehnte Nachricht per E-Mail: Wir sind startklar. Es kann losgehen. Kommt bitte so schnell wie möglich. Nun war es nicht ganz einfach, innerhalb kurzer Zeit ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, die sich mit Fahrrädern und allem drum herum auskennen, Äthiopiern-Erfahrung haben und so kurzfristig auch für zwei Wochen reisen können.

 

Werkstatt-Einrichtung

Am Dienstag, 4. Juni 2013 konnten dann vor Ort die Container geöffnet werden. Alle Fahrräder und Werkzeuge lagerten sorgfältig in den Containern. Die Reparaturständer, gefertigt in der Metallwerkstatt in Addis Abeba, wurden aufgestellt werden, Werkbänke zusammengebaut und schon ging’s wirklich los. Natürlich erst nach der Coffee-Ceremonie, Liedbeiträgen auch von unserer Seite aus unserem EG und vielen guten Worten und der Bitte um Gottes Segen.

 

Ausbildungsprojekt

Ein Ausbilder wurde als Leiter der Werkstatt vom YMCA Ethiopia eingestellt und siebzehn Jugendliche wurden von der örtlichen Kebele (Stadtverwaltung) ausgewählt, die in einen zweimonatigen Kurs eine Einführung in die Fahrradreparatur erhalten. Wir haben motivierte Jugendliche angetroffen, die sich sehr interessiert und engagiert zeigten. Was sich alles in nur zwei Wochen entwickelt hat, ist fast nicht zu beschreiben. Umgang mit Werkzeugen, Wissen um Schaltung, Bremsen, Lager, Kabel, Vorbau, Lenker, Licht wurden sehr praxisnah vermittelt. Kugellager, Fett (Grease), Ketten – eben alles was so ein Fahrrad ausmacht, damit es sicher und gut in Bewegung bleibt. Höhepunkt war auch die Reparatur eines „local Bikes“. Passen unsere Werkzeuge auch hier? Sind unsere Ersatzteile auch für die einheimischen Fahrräder zu gebrauchen? Das Ergebnis war ungeheuer ermutigend – alles passte. Als nächster Schritt steht nun an, zum Beispiel ein altes Fahrrad komplett zu zerlegen, damit alle Teile und der Aufbau für jeden ersichtlich ist.

 

Eine kleine Geschichte

Bei uns ist beispielsweise Caramba, WD 40, eben ein Sprayöl bekannt und unentbehrlich. Aus Sicherheitsgründen kann das nicht im Container oder Flugzeug transportiert werden. Wie heißt das nun aber in Äthiopien und gibt es das auch zu kaufen? Nach langem Suchen und über viele Umwege haben wir es dann doch geschafft. Dank auch der Toyota Niederlassung in Adama und vielen Bemühungen. Das Mittel heißt übrigens Lubrication Öl oder AB 80. 

Wir haben viele Freunde, nette und aufmerksame Menschen kennengelernt. Gespräche über Glauben, Erlebnisse, Zukunftsperspektiven haben uns alle sehr bereichert. Nun werden die nächsten Monate zeigen, was alles möglich ist.

Wir werden das Projekt auch weiterhin begleiten. Dafür brauchen wir auch ihre Unterstützung auf allen Ebenen. 

 

Spendenkonto:

EKK

BLZ 520 604 10

Konto-Nr. 400 405 485

Projekt-Nr. ETH107 (Fahrradprojekt)

 

Weitere Informationen:

Gebrauchte mit Zukunft- Fahrräder für Adama

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