02.05.2017 - Autor: Hans Karl Henne / Redaktion: Gisela Schweiker

Vom kritischen Beobachter zum väterlichen Freund

Vater Gabriel mit einer Gruppe aus Württemberg im Kloster Lepavina (Mai 2010)

Archimandrit Gavrilo ("Vater Gabriel") des Klosters Lepavina/Kroatien verstorben

„Das gerechte Herz unseres geliebten Vater Gabriel hat aufgehört zu schlagen.
Seinen irdischen Platz hat er mit einem himmlischen getauscht“.

Mit diesen Worten erfahren wir, dass Vater Gabriel verstorben ist.

Unsere erste Begegnung mit ihm war 1985. Ein Jahr vorher kam er als Arthosmönch nach Lepavina. Unseren großen Wunsch, das im 2. Weltkrieg durch deutsches Militär zerstörte Kloster wieder aufzubauen, begleitete er zunächst mit großer Zurückhaltung. Unsere morgendlichen Andachten in „seiner Kirche“ verfolgte Vater Gabriel kritisch und fragte gelegentlich auch nach. Er vergewisserte sich, ob wir auch tatsächlich aus der Bibel lasen. Oft konnten wir ihn mit unseren Liedern und dem Posaunenspiel (nicht in der Kirche!) überzeugen.

Vater Gabriel begleitete uns auf einem langen Weg und wurde in den 12 Jahren vom kritischen Beobachter zum väterlichen Freund. Viele, die ihn kennengelernt haben, werden ihn als Hirten in Erinnerung haben, wie er allmorgendlich seine Schafherde an unserem Zeltplatz vorbei auf die Weide führte. Manche werden sich an seine, seiner Würde entsprechenden Gesichtsausdruck erinnern oder dann in immer häufiger werdenden persönlichen Gesprächen an sein verschmitztes Lächeln.

Ein kleine Gruppe ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 10 Aufbaulager in Lepavina besuchten 2010 das Kloster und trafen den „ berühmtesten Mönch auf facebook“, wie Vater Gabriel von einem Journalist bezeichnet wurde . Seit vielen Jahren war Archimandrit Gavrilo täglich mit einer gottesdienstlichen Sendung im Internet und mit tausenden Fragenden und Suchenden im Netz verbunden.

Nun ist seine Stimme verstummt. Am 18. April 2017 wurde er auf dem Klosterfriedhof beigesetzt. Ich – und wohl auch viele im EJW – verneigen uns in Ehrfurcht und großer Dankbarkeit vor „unserem Vater Gabriel“ und behalten ihn mit je unseren eigenen Erfahrungen und Bildern in Erinnerung.

Der Lehrtext aus den Losungen für den 18. April scheint für ihn ausgesucht zu sein:

„Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles vertraut:
beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss zu haben und Mangel leiden;
ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.“

(Philipper 4, 12-13)

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