29.05.2016 - Autor: Stefan Hoffmann

Was lesen junge Menschen im YMCA Nigeria?

Buchtipps, aufgelesen von Stefan Hoffmann

Während unserer Projektreise im April wurden ab und an nigerianische Autoren zitiert. Dies hat mich dazu gebracht, die zitierten Bücher oder Autoren zu suchen und sie hier vorzustellen. Nigeria hat einen unglaublichen Schatz an begabten Autoren, die teilweise weltweit übersetzt und publiziert werden.

Der derzeit wohl bekannteste „Star“ nigerianischer Literatur ist Teju Cole, ein Nigerianer, der in den USA lebt. Seinen Roman „Jeder Tag ist wie ein Dieb“ hatte ich letztes Jahr gelesen und war eher enttäuscht. Cole schildert sehr eindrücklich den nigerianischen Alltag mit den Augen eines westlichen Betrachters. Er kommt aber sehr häufig zu deprimierend perspektivlosen Einsichten in das Land, die gängige westliche Klischees bestätigen und mich, als jemand der Nigeria ein wenig kennen gelernt hat, eher abschrecken als dazu herausfordern, literarisch-vertiefende Überlegungen anzustellen.

In einer Diskussion mit Jugendlichen wurde Chinua Achebe genannt. Das zitierte Buch von ihm war nicht erhältlich, dafür habe ich aber dann seinen Klassiker „Things fall apart“ mitgebracht. Achebe gilt ja als erster ernsthafter afrikanischer Roman Autor, der es dann auch zu Weltruhm gebracht hat. In „Things fall apart“ (1958 geschrieben) geht es um die literarisch-kritische Auseinandersetzung von Tradition und Religion im Zuge der Missionierung Nigerias. Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch.

In einer Diskussion mit YMCA Sekretären wurde das Buch „What is wrong with being black?“ genannt. Ein Titel, der gleich meine Aufmerksamkeit abverlangte. Das Buch wurde von Matthew Ashimolowo geschrieben, der derzeit in London einer der größten Freikirchen vorsteht. Den Leser erwartet eine biblisch-historische Aufarbeitung und Begründung der Situation Schwarzer weltweit. In einzelnen Kapiteln werden Themen wie Aberglaube, Missmanagement oder Minderwertigekeit dargestellt und herausfordernd kommentiert. Die Lektüre scheint nicht nur für unsere Partner wichtig zu sein und könnte auch uns helfen, die Situation besser zu verstehen und diese Punkte weiterzuentwickeln.
Hier geht es zu einer Rezension:
https://josephsolutions.wordpress.com/2013/02/11/book-review-what-is-wrong-with-being-black-celebrating-our-heritage-confronting-our-challenges-by-matthew-ashimolowo/

Als letzte Autorin möchte ich noch Chimanda Adichie nennen. Sie wurde während unserer Reise in Nigeria nicht genannt und ich habe noch nichts von ihr gelesen, daher nenne ich sie als letztes. Sie gehört aber definitiv auf die Liste der aktuell diskutierten nigerianischen Autoren. Mit ihrem Debütroman „Purple Hibiscus“ und ihrem Roman „Half of a Yellow Sun“ schaffte sie es, weltweit gelesen zu werden. Ich habe mir das Buch „The thing around your neck“ zugelegt. In Kurzgeschichten erzählt Adichie hauptsächlich vom Leben nigerianischer Frauen. Da dies während unserer Reise immer wieder ein Thema war, bin ich gespannt, wie die nigerianische Kämpferin für Frauenrechte (die in Nigeria und den USA lebt) dies aufarbeitet.

Sie haben Anregungen zu anderen Autoren oder vielleicht selbst Rezensionen von Büchern geschrieben? Gerne können Sie mir diese zusenden: stefan.hoffmann@ejwue.de

 

 

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