01.03.2013 - Autor: Gisela Schweiker

Weltbürger: gefragt

Landtag Baden-Württemberg beschließt entwicklungspolitische Leitlinien

Die baden-württembergische Landesregierung hat Anfang Februar die neuen entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg beschlossen. Damit hat das Land nun eine moderne und schlüssige entwicklungspolitische Strategie. Die Leitlinien sind in einem bundesweit einmaligem Beteiligungsprozess entstanden und werden von breitem gesellschaftlichem Bündnis getragen.

„Auf der Suche nach einer modernen entwicklungspolitischen Agenda für Baden-Württemberg haben wir, in einem bundesweit einmaligen Projekt, die Initiativen im Land mitreden lassen“, sagten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich wie in einer Presseerklärung der Landesregierung veröffentlicht wurde. Und weiter: „Über 1.500 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich über Workshops und 120 Organisationen und Verbände über Stellungnahmen eingebracht. Herausgekommen ist eine schlüssige entwicklungspolitische Strategie, die von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis mitgestaltet und getragen ist.“ Neben vielen anderen hätten sich vor allem die Kirchen, die kommunalen Spitzenverbände, der Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen (DEAB), die entwicklungspolitischen Organisationen von Bund (GIZ und Engagement Global) und Land (Stiftung Entwicklungszusammenarbeit) und mit dem Stuttgarter Forum der Kulturen auch erstmals ein migrantisches Netzwerk eingebracht, erklärte Friedrich. Auf der Grundlage von insgesamt über 2.500 Vorschlägen habe das Bündnis entwicklungspolitische Leitlinien für das Land Baden-Württemberg entwickelt.

Die Globalisierung führe zu einem Paradigmenwechsel in der Landesentwicklungspolitik und rücke die globalen Auswirkungen regionalen Handelns in den Vordergrund. „In der Entwicklungspolitik geht es nicht mehr allein um die Hilfe vom reichen Norden in den armen Süden. Auch wir im Norden müssen uns weiterentwickeln“, so Friedrich. Fragen der internationalen Verantwortung beträfen heute alle Felder der Landespolitik: über Globales Lernen und Forschen die Schul- und Wissenschaftspolitik, über Klimaschutz und Ressourcenschonung die Umweltpolitik, über Fairen Handeln, Konsum und öffentliche Beschaffung die Wirtschaftspolitik. „Der spezifische Beitrag von Regierung und Verwaltung ist damit nicht mehr eine sogenannte freiwillige Aufgabe der Länder, die sich in der Vergangenheit in punktuellen Projekten in Entwicklungsländern erschöpfte. Entwicklungszusammenarbeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte Minister Friedrich.

„Durch die Bürgerbeteiligung ist eine gemeinsame Verantwortung und eine neue Dynamik entstanden“, sagte der Minister. „Alle Akteure verstehen die Politik als ihre Sache: Dazu haben die Kirchen beispielsweise eine konfessions-übergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Bundesunternehmen „Engagement Global und Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ sowie die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit orientieren sich mit konkreten Projekten an den neuen Leitlinien“, erklärte Friedrich. Davon profitiere wiederum die Entwicklungszusammenarbeit der Kirchen und Kommunen. Über den Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen und das Stuttgarter Forum der Kulturen sei es gelungen, viele kleine Initiativen zu gewinnen. 

Zur Umsetzung der neuen Leitlinien habe das Staatsministerium bereits Ende 2012 390.000 € als Anschubfinanzierung für effiziente Klein-Projekte vergeben. Etwa zur Trinkwassergewinnung mit Nebelnetzen, zur Bekämpfung der Armutsprostitution im Partnerland Burundi, zum Einsatz erneuerbarer Energien für indische Kleinbauern oder für Austauschprojekte von Theatern in Konstanz und Stuttgart. Projekte im Inland waren ebenso erfolgreich: zur frühkindlichen Bildung, zur Werbung für faire Mode oder auch für das Engagement von Migrantinnen und Migranten aus Entwicklungsländern. „Das Land fördert finanziell, beratend und gibt den Initiativen erstmals die Möglichkeit zur kontinuierlichen, politischen Mitsprache“, so Ministerpräsident Kretschmann. 

 

Die Leitlinien zum Download: 

Entwicklungspolitische Leitlinien 

Handlungsvorschläge

Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: