04.02.2015 - Autor: Gerhard Magenau, Länderausschuss Nigeria, EJW-Weltdienst

Wunden heilen und neue Wege suchen

Trauma-Bewältigungskurs beim YMCA Mada Hills (Foto: YMCA Mada Hills/Nigeria)

YMCA Mada Hills/Nigeria hilft Geschädigten des ATC-Überfalls

Über die Plünderung des Agricultural Training Centre (ATC), das Landwirtschaftliche Ausbildungszentrum des YMCA Mada Hills, haben wir an dieser Stelle schon berichtet. Nach wie vor wird die Gegend um das Dorf Ikposogye und damit auch das ATC von bewaffneten Milizen kontrolliert. Damit gibt es für die Mitarbeiter und die Auszubildenden noch immer keine Möglichkeit zur Rückkehr und zur Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebes. Bereits bei unserem Besuch in Nigeria im November hatten die YMCA-Mitarbeiter befürchtet, dass sich an der instabilen Sicherheitslage bis nach den Wahlen, die Mitte Februar beginnen, nichts ändern würde. Aber wie soll es in der Zwischenzeit weitergehen mit den ATC-Mitarbeitern und den Auszubildenden, die seit August notdürftig bei Verwandten untergekommen sind oder auf dem YMCA-Gelände in Lafia ausharren? Ihr Hab und Gut mussten sie bei der Flucht zurücklassen, aber auch die erntereifen Felder auf dem ATC-Gelände. Dabei spielen diese Felder eine ganz zentrale Rolle: Von ihnen bestreiten die Auszubildenden ihren Lebensunterhalt während der zweijährigen Kurse, auch die Mitarbeiter betreiben Nebenerwerbslandwirtschaft, um besser über die Runden zu kommen und nicht zuletzt trägt der Erlös der Schulfarm erheblich zur Finanzierung des Ausbildungsprogrammes bei.

Mit Hilfe des EJW-Weltdienstes konnte die Grundversorgung der Flüchtlinge sichergestellt werden. Nach Weihnachten wurden nochmals Grundnahrungsmittel eingekauft, damit niemand hungern muss. Mit einem Trauma-Bewältigungskurs wurde die Grundlage geschaffen, die schrecklichen Erlebnisse und Verlusterfahrungen überwinden und wieder nach vorne blicken zu können

Das ATC bildet Menschen in landwirtschaftlichen Methoden aus, damit sie von ihren Feldern gut leben können. Aber wenn - hoffentlich nur vorübergehend - die Felder nicht mehr verfügbar sind, die Bäuerinnen und Bauern als Flüchtlinge in der Stadt leben müssen? "Dann müssen wir sie ausbilden, wie sie in der Stadt überleben können" sagt Ango Adamu vom YMCA Mada Hills, Leiter des ATC. Deshalb hat der YMCA mit Unterstützung durch den EJW-Weltdienst ein Schulungsprogramm für Kleingewerbe organisiert. Damit soll nicht nur die Zeit überbrückt werden, bis im ATC wieder Unterricht stattfinden kann sondern die Auszubildenden lernen, sich in der Stadt ein Einkommen zu erwirtschaften.

Unter fachlicher Anleitung haben die Teilnehmer überlegt, welche Tätigkeiten sie besonders gut können und gerne machen und was davon als Geschäftsidee taugt. Viele Ideen kamen zusammen, vom Handeln mit Feldfrüchten bis zu Kunstgewerbe, vom Verkauf von Pre-paid-Karten fürs Handy bis zum Angebot von selbst gekochtem Essen am Straßenrand. Dazu wurden Kenntnisse in unternehmerischem Handeln und einfacher Buchführung vermittelt. Ende Januar wurde pro Person ein Startkapital von umgerechnet 75 Euro an die Teilnehmer ausbezahlt. Ende Juli müssen davon 50 Euro wieder zurückgezahlt werden. Bis dahin betreut ATC Mitarbeiter Yohanna Emmanuel die Teilnehmer. Er wird auf die Buchführung schauen und ganz besonders darauf, ob das neue Gewerbe und sei es noch so klein, eine Verbesserung der Lebensbedingungen bewirkt. Denn das ist das Hauptziel des ATC-Programmes: Durch Ausbildung die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern - dieses Mal eben nicht mit Landwirtschaft.

 

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