17.09.2021 - Tabea Kölbel, Mitglied im Fachausschuss EJW-Weltdienst

„Es geht um die Menschenwürde“

Beim Gottesdienst zum EJW-Weltdienst-Fest (Foto: Frank Lutz)

Äthiopische Kaffeezeremonie (Foto: Andrea Mohn)

Das Gelände des CVJM Möhringen bot viel Platz zur Begegnung (Foto: Raphael Dippon)

Gemeinsamer Einsatz der neuen (Mirjam Wahl, links) und der bisherigen (Beatrice Böttinger, rechts) Weltdienst-Sekretärin (Foto: Andrea Mohn)

Austausch und Information beim EJW-Weltdienstfest in Stuttgart-Möhringen

Am 12. September fand im CVJM Möhringen das diesjährige EJW-Weltdienstfest statt. „Das Weltdienstfest zeichnet sich durch Begegnung aus,“ sagte Achim Janus zur Begrüßung. Und dazu gab es auf dem schönen Außengelände bei spätsommerlichen Temperaturen trotz der geltenden Corona-Beschränkungen reichlich Gelegenheit. Mehr als 100 km waren manche Teilnehmende angereist, um sich über die Partnerschaftsarbeit im EJW-Weltdienst zu informieren und sich auszutauschen.

In den Berichten aus den verschiedenen Länder- und Projektausschüssen der EJW-Weltdienstarbeit wurde deutlich, wie sehr Corona die Partnerschaften im letzten Jahr geprägt hat. Vielerorts hat die Pandemie zu existenziellen Nöten geführt. In zahlreichen Ländern verloren Menschen durch die Lockdowns ihre Arbeit und standen vor dem Nichts. Hinzu kamen in einigen Partnerländern Hunger und Vertreibung durch kriegerische Konflikte, wie zum Beispiel in Äthiopien. Hier konnte der YMCA durch Spenden Nothilfe für über 2000 Binnenflüchtlinge und Lebensmittelhilfe für über 1000 Familien leisten, berichtete Harald Metzger. Im Sudan haben die Folgen des Klimawandels zu zwei schweren Hochwassern des Nils geführt, noch dazu hat sich die wirtschaftliche Lage durch Inflation verschlechtert. „Der Klimawandel trifft unsere Partner noch viel existenzieller als uns,“ sagte Martin Schweiker.

Nicht Projekte abwickeln, sondern Leben teilen

Trotzdem ist aus den Berichten der Ehrenamtlichen im EJW-Weltdienst eine große Zuversicht rauszuhören:  Zwar konnten geplante Reisen nicht stattfinden, doch war Begegnung online möglich. Es gelang, eine neue Ebene der Verbindung zueinander aufzubauen, auch im Gebet. In einer WhatsApp-Gruppe findet gegenseitige Ermutigung statt. Im Sudan engagiert sich die YMCA-Jugend für Flüchtlinge und macht Aufklärungsarbeit. In Südafrika teilten die Menschen, die selbst kaum etwas hatten, ganz selbstverständlich mit den im Lockdown gestrandeten Deutschen ihr Hab und Gut. „Sie hatten selbst Probleme,“ erzählt Daniel Seibold, „und haben uns alles gegeben, um uns zu unterstützen.“

Es wurde deutlich, dass die Partnerschaften mit Äthiopien, Eritrea, Nigeria, dem Sudan, Palästina, Rumänien und der Slowakei weiterhin lebendig sind. „Es geht nicht nur darum Projekte abzuwickeln, sondern Leben zu teilen,“ brachte Valerian Grupp es auf den Punkt.

Landesjugendpfarrer Bernd Wildermuth wünschte dem EJW-Weltdienst zum Jubiläum, dass der Generationenwechsel gelingt und junge Menschen sich für die internationale Arbeit begeistern lassen, dass Partnerschaften lebendig bleiben und dass der Weltdienst als Querschnittsaufgabe noch stärker in andere Bereiche des EJW hineinwirken kann.

Gemeinsam auf dem Weg bleiben

Ein weiteres Jubiläum war im Gespräch mit Gunnar Ischir Thema: Er berichtete von der Mitarbeitertagung des deutschen CVJM im Bernhäuser Forst im Jahr 1971, bei der die Bernhäuser Basis entstand, die heute immer noch aktuell ist. „Es geht um die Würde des Menschen,“ sagte er. Durch Solidarität, Toleranz, Dialog und die nachhaltige Befähigung von Menschen können wir gemeinsam etwas bewegen. Auch heute sind wir gefragt, politisch und zeichenhaft zu handeln.

Im Gottesdienst, den das BROTZEIT-Team des CVJM Möhringen gemeinsam mit Achim Janus gestaltete, hielt Cornelius Kuttler die Predigt zu Römer 12. Er ermutigte dazu, auch in aller Gebrochenheit ein Spiegel der Liebe Gottes zu sein und als Hoffnungs-, Leidens- und Gottvertrauensgemeinschaft gemeinsam auf dem Weg zu bleiben, auch mit unseren Weltdienstpartnern. „Wie gut, dass Gott mit uns, durch uns und manchmal auch trotz uns sein Reich baut,“ sagte Kuttler. Weil Gott für jeden von uns einen Platz hat und wir aufrichtige Liebe und Gastfreundschaft leben dürfen, kann sich das „Puzzle unseres Lebens“ in Gemeinschaft mit anderen zu einem Bild zusammenfügen.

Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0

Zur Anfahrtsbeschreibung

Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: