29.12.2019 - Valerian Grupp und Teilnehmende des Äthiopien-Workcamps 2019/2020

Gemeinsam anpacken und Leben teilen

Die Workcamp-Gruppe auf dem YMCA-Gelände in Mekele

Der Workcamp-Blog aus Äthiopien

Am 26. Dezember reisten junge Leute aus Baden-Württemberg für knapp zwei Wochen nach Äthiopien. Zusammen mit jungen Erwachsenen vom YMCA Mekele möchten sie das Jugendzentrum in der nordäthiopischen Stadt ausbauen und mit ihren äthiopischen Freunden den YMCA und das Leben in Äthiopien kennenlernen.

In kurzen Tagebuchnotizen berichten sie von den Eindrücken und Begegnungen ihrer Reise.

 

Dienstag, 07.01.2020

 Da war er nun - der letzte Tag in Äthiopien. Wieder zurück in Mekele durften wir am Vorabend einen Teil eines orthodoxen Weihnachtsgottesdienstes miterleben; für uns eindrucksvoll und fremd zugleich. Kaum vorstellbar, dass die orthodoxen Christen bis in die frühen Morgenstunden in der Kirche weiterfeiern würden.

Am äthiopischen Weihnachtsfeiertag dann nahmen wir uns am Vormittag Zeit, ausführlich auf die gemeinsame Zeit zurück zu schauen: Was hat mich begeistert? Was war schwierig? Was habe ich gelernt? Was nehme ich mit? Nachdem wir unsere Eindrücke miteinander geteilt haben war klar: Es war der HAMMER! Wir sind dankbar für den Reichtum an Erfahrungen, Beziehungen, Gastfreundschaft, Lebensfreude, interkulturellem Miteinander, Highlights und vielem mehr. Wir nehmen vieles mit, was wir von unseren äthiopischen Freunden lernen möchten und haben erfahren, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt zu arbeiten und zu leben. 

Nach dem Besuch einer Weihnachtsfeier in einer Blindenschule, die  unter anderem vom YMCA unterstützt wird, einem letzten Injera und Tanz dort, einer abenteuerlichen Baijaij-Fahrt und einem letzten Kaffee/ Buna/ Zebra/ Macchiato im Lieblings-Café ging es dann an den Flughafen. 

Wir werden diese besondere Zeit in Äthiopien nie vergessen!

የቐንየለይyeq̈enyeley  - አመሰግናለው ameseginalew - Vielen Dank!!!

 

Montag, 06.01.2020



Am nächsten Morgen hatten wir uns mit unserem Guide zum Sonnenaufgang um kurz vor 6 verabredet. Leider blieben auch hier die Wolken hartnäckig. Also gingen wir direkt zu einem ausgedehnten Frühstück über. Wir verabschiedeten uns aus dem traditionellen Dorf in die Salzwüste. Unser nächster Stopp war dann bei den "coloured lakes", ein vulkanisches Gebiet am Rande der Salzwüste. Da wir statt der erwarteten 40 Grad nur um die 25 Grad hatten konnten wir einen ausgedehnten Spaziergang quer durch und über die farbenfrohe Vulkanlandschaft machen. Jeder einzelnen war immer wieder aufs Neue von der Vielfalt der Farben und Formen der vulkanischen Landschaft begeistert, wobei der ein oder andere nach einer kurzen Zeit vor lauter Schwefel stark die Nase rümpfte. Beeindruckt von diesem einzigartigen Fleckchen Erde brachen wir auf zu einer Stelle, an der nach wie vor traditionell Salz abgebaut wird. Hier machten wir Bekanntschaft mit dem ein oder anderen Kamel und einer großen Herde Esel. Nicht nur an dieser Stelle in der Salzwüste, sondern auch an vielen anderen Stellen in der Wüste und den Bergen zeigten sich die ein oder anderen Müllhaufen.
Von dort ging es über die malerische tigrinische Hochebene zurück nach Mekele.

Sonntag, 05.01.2020

Nach einer schnell vergangenen Woche voller Arbeit, Begegnung und jeder Menge traditioneller Highlights, brachen wir am Sonntag in die "Danakir Depresion" (Salzwüste) im Norden von Äthiopien auf. Auf unserer Tour wurden wir von einem erfahrenen Guide und seiner Crew begleitet. Auf unserem Weg in die Wüste war das erste Highlight eine traditionell, historische Felsenkirche (4.-6. Jahrhundert). Beeindruckt von den biblischen Malereien und der Landschaft ging unsere Tour weiter. Wir fuhren immer weiter in das tigrinische Hochland und konnten dabei verschiedenste Landschaften betrachten. Zur Mittagszeit machten wir Halt in einer Kleinstadt, vor der Auffahrt in die Bergwelt des äthiopischen Nordens. Gut gestärkt von einem typisch deutschen Vesper fuhren wir weiter. Bis wir am späten Nachmittag in der Salzwüste ankamen, verging noch das ein oder anderen Stündchen im Auto, mehr als eine Hand voll Pinkel-Pausen und seit 21 Jahren der erste Regenschauer zu dieser Jahreszeit (laut Guide). Angekommen in der Wüste sahen wir nichts außer Salz, Salz und noch mehr Salz, eingerahmt von ein paar Bergen im Hintergrund. Nach einem kulinarischen Highlight (wer hätte es gedacht, die äthiopische Küche hat mehr zu bieten, als nur Injura), einer Zockerrunde Wizzard und dem abenteuerlichen Zähneputzen auf dem Highway, zogen wir uns auf unsere Palmbetten in unsere Schlafsäcke zurück. Zwar hatten wir keine klare Sicht auf den wundervollen Sternenhimmel, aber dennoch konnte der ein oder andere einen kurzen Blick auf ein wolkenfreies Fleckchen Sternenhimmel ergattern. Von durchgeschnarcht, über Sternengucker und Windlauscher bis zum Kaumschläfer war alles dabei in dieser Freiluftnacht.


Samstag, 04.01.2020



"The plan has changed" so begann unser letzter Arbeitstag auf dem YMCA Gelände. Obwohl wir keine Außenwand mehr streichen konnten, fanden wir noch die ein oder andere Aufgabe und konnten die meisten angefangenen Projekte abschließen. Unsere Betonbänke wurden direkt angenommen und unter anderem von den sportlichen Fußballern als Auswechselbank genutzt. Nach dem wir dem Gelände den letzten Schliff gaben konnten wir getrost feststellen, wie sichtbar und sinnvoll unsere Arbeit der letzten Tage war. Jeder Anfang hat ein Ende (nur die Wurst hat 2) und so mussten auch wir uns bei der heutigen großen Abschiedszeremonie von unseren neu gewonnen äthiopischen "friends" verabschieden. Uns erwarteten die Äthiopier mit strahlenden Gesichtern und grasbedeckter Location (Zeichen von Festlichkeit). Während der offiziellen Reden stieß das tigrinische Fernsehen dazu, welches uns den restlichen Abend begleitete. Das offizielle Programm begann mit einem Theaterstück des Theater Departments - auch drei unserer Deutschen wurden nach kurzer Einweisung in das Stück mit eingebunden. Unsere Bläser bereicherten das Abendprogramm mit dem Lied "Uff der schwäb'schen Eisenbahn".  Die Handabdrücke aller Workcamp-Teilnehmer wurden auf einer Betonbank verewigt (Nichts riskieren - betonieren). Unser ganz persönliches Geschenk an unsere "friends" war ein individueller Bibelspruch den wir jeweils auf ein Gruppenbild schrieben. Entgegen unserer Erwartungen überraschten uns die Äthiopier erneut und übergaben jedem von uns einen traditionellen Schal. Die Großzügigkeit nahm kein Ende und unsere Gasgtgeber mästeten uns mit Pizzen ("fasting" & non - fasting) und einer reichhaltigen Kaffezeremonie. Rucki Zucki wurde es ernst und wir mussten uns endgültig voneinander verabschieden. Weinende Workcampler lagen sich in den Armen. Beeindruckend was für starke Bindungen trotz sprachlicher Barrieren, wenig Zeit und unterschiedlicher Kultuen entstehen konnten. Wir werden die Zeit nie vergessen und konnten viel voneinander lernen und erfahren! Trotz dem Abschied schauen wir nun nach vorne auf ein neues Abenteuer - diesmal in der Wüste.
Nighty Night.
(Korrektur gelesen by Kathrin)

Freitag, 03.01.2020

 

Gestern Abend und heute Morgen hörten wir Gesänge aus der naheliegenden Kirche, denn heute ist hier ein Feiertag. Während dies uns zum Teil nicht schlafen ließ, freuen sich die Äthiopier darüber, denn sie fühlen sich davon gesegnet. Auf den Straßen sahen wir viele Menschen von der Kirche kommen, erkennbar an den weißen Tüchern, die sie um sich gewickelt zur Kirche tragen.
Heute vor einer Woche sind wir hier in Mekele gelandet. Gemessen an den beeindruckenden Begegnungen mit Äthiopiern, der Arbeit im YMCA, den verschiedenen Besichtigungen, und der sinkenden Lust auf Rührei zum Frühstück (gibt es jeden Tag), könnten wir auch schon einige Wochen hier sein. Heute stand unser letzter ganztägiger Arbeitstag an. Beim Ankommen am YMCA-Gelände hielten heute Morgen schon einige Menschen inne, um das neu bemalte Tor zu betrachten. Ursprünglich war nur geplant die Halle zu fliesen, aber nun ist auch das Büro gefliest – mit einem Mischverhältnis 1:1 von Fliesen und Fugenmaterial, da nicht mehr Fliesen da waren - that’s Africa. Außerdem haben wir an den Sitzbänken für die Coffee-Ecke weitergearbeitet, sowie weitere Bänke über dem gesamten YMCA-Gelände aus Mauersteinen, Sand, Zement und Steinen erstellt. Am Guardhaus wurde zudem weitergearbeitet, wobei es anscheinend schon sehr einladend und gemütlich wirkt, da wir dort heute Morgen schon zwei schlafende Menschen darin entdeckten. Außerdem wurde die Wasserleitung in der nächsten Straße gesucht, um eine Wasserleitung zum YMCA-Gelände zu legen. Nach mehreren Versuchen wurden sie am Ende des Tages doch noch gefunden – allerding nicht da wo ursprünglich erwartet. Außerdem wurden die Mauern als Begrenzung eines Blumenbeets gesetzt, sowie Blumenerde in die bereits bestehenden Blumenbeete verteilt. Während uns die Äthiopier immer noch gerne die Schaufel, Kelle etc. aus der Hand nehmen, um selber anzupacken, haben wir mittlerweile eine gute gemeinsame Arbeitsweise entwickelt und versuchen den deutschen Perfektionismus ein wenig herunterzuschrauben. Wir freuen uns darauf unsere Arbeiten morgen zu einem guten Abschluss zu bringen.



Donnerstag 02.01.2020

Auch den zweiten Tag des Jahres haben wir (man kann fast schon sagen) traditionell mit Rührei und Coffee begonnen. Bei unserer Arbeit heute stand vor allem das Fertigstellen des Hallenbodens, das Leveln des Büros, die Weiterarbeit an der Guard-Hütte und das Gestalten einer Coffee-Ecke im Vordergrund. Dazu wurden wieder etliche Hügel Zement mit Sand und Wasser vermischt und an jedes Team verteilt. Unsere Arbeit wurde heute von dem ein oder anderen „cultural-dance“, „Zicke-Zacke“ und „traditional music“ begleitet. Das Highlight des Arbeitstages war aber definitiv ein typisch deutsche/äthiopisches VESPER mit local Brötchen, Bananas und guter heimischer Dosen-Schinkenwurst.
Am Nachmittag legten wir eine kleine Pause von den Sand-Zement-Bergen ein und besuchten den „local-market“ von Mekelle. Hier konnten wir in dreier Teams die tigrinischen Spezialitäten ganz genau in den Blick nehmen. Es fanden sich Ständchen mit Gewürzen, Getreide, bunten Tüchern, Körben und traditioneller Kleidung, sowie alles was das Haushaltswarenherz begehrt.
Nach einer kurzen Fahrt im Autobus (alle 17 in einem) kehrten wir zurück zum YMCA. Dort wurden wir wie immer herzlichst empfangen. Es war bereits ein großer Stuhlkreis mit allem was zu einer Coffee-Ceremony gehört vorbereitet. Zu unserer kurzen Überrumpelung wurde dann beschlossen die Coffee-Ceremony etwas auszudehnen und ein interaktives Spiel zu starten. Dabei wurde ein Stift im Kreis herum gegeben und immer wenn das „Stopp“ ertönte musste die Person, bei der der Stift gelandet war in die Kreismitte treten und etwas pantomimisch darstellen, oder eine kurze Gesangseinlage aufführen. Von einem hüpfenden Känguru, über „driving in Ethiopia vs. in Germany“, Atemlos von Helene und einem schwimmenden Fisch war alles dabei. Zu guter Letzt wurde ein kleines Feuer angezündet und wir tanzten gemeinsam bei gemischten äthiopischen und deutschen Liedern um das Feuer. Dann verabschiedeten wir uns mit einem doppelten „Humba-Humba-Täterääää“ in die Dunkelheit.



Mittwoch, 01.01.2010

Unser erster Tag im (europäischen) neuen Jahr war interessant und beeindruckend. Das neue Jahr hat hier schon im September begonnen, sodass heute ein normaler Arbeitstag ist und wir auf der Baustelle fleißig waren.
Gestern Abend hatten wir bereits unerwarteten äthiopischen Besuch bei unserer kleinen Silvesterfeier. Nachdem unser Gast uns Süßigkeiten und Wein mitgebracht hatte, wurden wir heute Abend zu einem traditionellen äthiopischen Essen eingeladen. Dort überraschten uns unsere äthiopischen Freunde mit Geschenken für jeden von uns.
Es ist sehr berührend zu sehen, wie willkommen wir uns hier fühlen dürfen und wie gerne die äthiopischen Teilnehmer an unserem Leben teilhaben und unsere Feste mit uns feiern möchten.




Dienstag, 31.12.2019


In unseren Arbeitstagen stellt sich eine gewisse Routine ein. Wir starten früh oder sehr früh mit einer Andacht in den Tag, bekommen einen Teller Rührei mit Brötchen, Kaffee oder Tee, machen uns auf den Weg, entlang einer dreispurigen Straße, welche durch gegenseitige Rücksichtnahme auch ohne Ampel gefahrlos überquert werden kann. Auf dem CVJM-Gelände angekommen, werden es immer mehr äthiopische Freunde. Die Vorschau, die wir als Vorbereitung für den Tag hatten, ist wieder hinfällig geworden, „the plan has been changed“, denn wir haben nun alle die Aufgabe bei dem Auffüllen des Bodens der Halle zu helfen. Dazu braucht es Steine. Und diese sammeln wir, denn alles ist auf dem Gelände. Man muss nur die Augen aufmachen. Und so schleppen wir Sack für Sack, mischen Sand mit Zement und arbeiten uns mit sichtbarem Erfolg langsam voran. Heute haben wir schon früher die Arbeit beendet. Das lag unter anderem daran, dass das Wasser leer war und kein Nachschub mehr kam. Den Stromausfall haben wir fast nicht bemerkt, da der Notstromgenerator lautstark läuft. Der Vorfall erklärt wahrscheinlich auch die vielen Rufe unsrer Hotelchefin nach ihrem treuen Mitarbeiter „Jonny“, die immer wieder durch das Haus hallen. Ganz anders wie sonst ist der Abend. Auch wenn hier wahrscheinlich die wenigsten feiern, da hier das neue Jahr 2012 schon im September begonnen hat, fehlt es bei uns nicht an leckerem Essen und guter Gemeinschaft, Spiel und Spaß. Und aus der Ferne wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr.

Montag, 30.12.2019

Nach einem arbeitsreichen und erfolgreichen Vormittag im YMCA erwartete uns am Nachmittag ein großes Spektakel: das Fußballderby zwischen Mekelle und Adigrat mit circa 60 000 Besuchern. Mit unseren äthiopischen Freunden durften wir sogar im VIP-Bereich sitzen und das Spiel so von der ersten Reihe aus mitverfolgen. Es war beeindruckend, wie die Äthiopier ihre Spieler angefeuert haben, selbst wenn Torschüsse misslungen sind. Schlussendlich gewann Mekelle mit 1:0. Die Stimmung danach glich der Stimmung nach einem WM-Sieg. Der kulinarische Höhepunkt des Tages bildete das Abendessen: die Pizza im Karibu Restaurant war für uns alle eine willkommene Abwechslung zur sonst üblichen Injera.  


Sonntag, 29.12.2019

Nach dem Besuch des orthodoxen Gottesdienstes mit vielen tausend Menschen wurden wir von unseren „Friends“ zu ihren Familien eingeladen. In fünf Gruppen aufgeteilt, machten wir uns mit den lokalen Öffis auf den Weg. Die blau-weißen Kleinbusse prägen massenweise das Stadtbild und werden gerne auch mit bis zu 21 Personen beladen. Bei den Familien erwarteten uns lokalen Spezialitäten wie z.B Injera, bunter Reis, verschiedene Soßen und traditionellen Coffee-Ceremonies.
Trotz sprachlichen Barrieren konnte beispielsweise mit gemeinsamen Tanz die Beziehung zu unseren Friends vertieft werden. Durch die vielen Erlebnisse konnten wir die äthiopische Kultur besser verstehen lernen.

 

Samstag, 28.12.2019

Heute war unser erster richtiger Tag auf der Baustelle. Los ging‘s mit Müllsammeln auf dem gesamten YMCA Gelände, wobei wir direkt Teams, jeweils bestehend aus einem Deutschen und einem Äthiopier, gebildet haben. Sofort begann ein spannender Austausch mit unseren neunen „friends“, der teils auf Englisch hauptsächlich jedoch mit Händen und Füßen stattfand.

Für die verschiedenen Arbeiten wurden dann verschiedene Gruppen gebildet. Unsere neuen Äthiopischen Freunde haben uns dann auch zum Mittagessen in unser Hotel begleitet. Nicht zum ersten Mal haben wir beim Injera-Essen festgestellt, dass wir Deutschen die scharfen Gewürze der äthiopischen Küche nicht so gewohnt sind. Obwohl erst der zweite Tag angebrochen war, boten uns die Äthiopier teils schon an, uns zu füttern, eine Geste der Freundschaft, die dem ein oder anderen von uns jedoch eher gewöhnungsbedürftig vorkam.

Trotz verschiedener Herangehensweisen und der ein oder anderen fehlenden Schaufel, haben wir einiges geschafft. Ein gelb gestrichenes Wellblechhaus, ein abgebautes und in Teilen wieder neu aufgebautes Wächterhaus und viele, von uns aufgeschüttete Sandhaufen zeugen von einem arbeitsreichen Tag.

Zum Abendausklang hat uns der Vorsitzende des YMCA in Äthiopien eine kurze aber sehr interessante Einführung in die äthiopisch-orthodoxe Kirche gegeben, Damit sind wir gut auf unseren Gottesdienstbesuch morgen früh vorbereitet.

 

Freitag, 27.12.2019

Nach mehreren Stunden Flug kamen wir erschöpft in Mekele (Stadt im Norden Äthiopien) an. Die Besitzerin unseres Hotels begrüßte uns herzlich mit der leckeren traditionellen Speise „Injera“, ein Sauerteigfladen, heute serviert mit grünen Linsen. LECKER! Gleichzeitig findet vor unserer Tür eine orthodoxe Beerdigung statt. Ein Pulk voller weinender und schreiender Frauen in weißen Gewändern versammelte sich um das Haus der Toten – für mich ein prägendes Erlebnis direkt am Anfang unserer Reise! Trotz Schlafmangel zwecks vorhergehendem Nachtflug waren wir bereit für unser erstes Aufeinandertreffen mit der äthiopischen YMCA-Gruppe. Gemeinsam werden wir die nächsten Tage auf der Baustelle des YMCA’s in Mekele (10 Minuten vom Hotel entfernt) arbeiten, unsere Kulturen besser kennenlernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen und eine tolle Zeit haben. Direkt durften wir die äthiopische Gelassenheit kennenlernen – über eine Stunde warteten wir vergeblich auf das vereinbarte Treffen. Da wir natürlich aus allem das Beste machen, nutzten wir die Zeit und spazierten in den Straßen herum. Die dort begegneten Eindrücke sprachen für sich selbst und gaben uns einen Eindruck der Umstände und Menschen in Mekele.

Beim YMCA Gelände angekommen, wurden wir herzlichst von den erstaunlich vielen Kindern, Jugendlichen, Ehrenamtlichen und Verantwortlichen empfangen. Ein buntes Programm wartete auf uns, von formalen Reden und Zirkusshow, bis hin zu unserer ersten Kaffeezeremonie und einem gemeinsamen Spiel auf dem großen Hof des Geländes. Außerdem veranstalteten wir eine große Tanzparty, bei der wir unter anderem versuchten den traditionellen „Schulter“-Tanz zu erlernen. Natürlich blieben die Äthiopier von unseren Weihnachtsbräuchen nicht verschont: Während sie über die Spekulatius herfielen, spielten unsere Bläser „Oh du fröhliche“. Am Schluss blieb noch wertvolle Zeit für einen offenen und interessanten Austausch zwischen Äthiopiern und Deutschen. Ab Morgen geht dann das Leben auf der Baustelle los. Gemeinsam mit den Äthiopiern wachsen, etwas schaffen und voneinader lernen – wir sind sehr gespannt!

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