27.11.2018 - Stefan Hoffmann / Katja Hannig, LJR BW

Nachhaltig konsumieren?

Referent Caspar Dohmen im Gespräch mit Teilnehmenden des Vernetzungstreffen (Foto: Archiv Werkstatt Ökonomie)

Jugendverbände setzen sich mit Nachhaltigkeitszielen auseinander

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg werden die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) an 17 Orten vorgestellt. Letzten Freitag wurde das SDG 12 in Stuttgart thematisiert. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter von Jugendverbänden, um sich inhaltlich mit dem Ziel und seiner individuellen, lokalen oder politschen Ebene auseinanderzusetzen. Einige ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende des EJW-Weltdienst waren mit am Start und präsentierten in einem Workshop die globale Perspektive dieses Nachhaltigkeitsziels.

Katja Hannig vom Fachbereich Nachhaltigkeit im Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. berichtet:

 

Nachhaltig konsumieren? Sehr cool, aber da das allein keinen Spaß macht haben sich am 23.11.2018 interessierte und motivierte Jugendliche und junge Erwachsene in der Merzakademie beim SDG 12 Vernetzungstag getroffen.

Caspar Dohmen, Buchautor und Journalist der Süddeutschen Zeitung, schlug in seinem Impulsvortrag einen großen Bogen von den Menschenrechtsverletzungen in Unternehmen über den ersten FCKW-freien Kühlschrank von Greenpeace bis zum Vergleich des Klimawandels mit der Sklaverei. Es braucht seiner Meinung nach einen Veränderungsprozess in unserer Gesellschaft, damit wir aus unseren aktuellen Denkmustern ausbrechen und für neue (klimafreundliche) Wege offen sein können. „Am Ende des Tages braucht es alle: die Konsumenten, die Unternehmen (die nachhaltigere Wege beschreiten), die Politik und Leute die Druck auf die Politik ausüben."

Cornelia Bressem, Leiterin des Referats Ernährung im Ministerium für ländlichen Raum, stellte danach vor, was das Land Baden-Württemberg bisher schon in diesem Bereich tut. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“ Vor allem im Bereich der Kitas, Schulen und Mensen versuchen sie mit den Trägern und den Kommunen an einer gesunden und nachhaltigen Verpflegung zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass sobald eine Einrichtung auf ein paar Prozent nachhaltige Produkte umgestellt hat, dies zum einen bei den Eltern gut ankommt und zum anderen die nächsten Schritte dann deutlich leichter fallen. Die vielen Fragen aus dem Publikum im anschließenden Plenumsgespräch, bei dem die beiden Impulsgeber für Fragen zur Verfügung stehen, zeigt deutlich, mit wie viel Engagement die Teilnehmenden bereits selbst aktiv sind!

Verschiedene Workshops laden danach zum Vertiefen ein: Postwachstum, Suffizienz, Wirtschaft und Menschenrechte, globale Partnerschaften, nachhaltige Beschaffung und nachhaltiger Konsum. Nachdem in offenen Gruppen die verschiedenen Handlungsebenen beleuchtet wurden, ziehen Stefan Hoffmann und Uwe Kleinert folgendes Fazit: „Es braucht in allen Bereichen Macher, die etwas voran bringen wollen. Um aus unserer kleinen Blase heraus wirken zu können, kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Was nach diesem Abend passiert, liegt also in unserer Hand - machen wir was draus !“

Bei heißer Suppe und kühlen Getränken konnte der Abend ausklingen oder in ersten Gesprächen sogar schon in die Zukunft geschaut werden. Hierfür wird es am 16.1.2018 auch ein Follow-up geben. Weitere Infos folgen.

 

Hintergrund: SDG 12 – Worum geht es da?

Im September 2015 wurden von den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) einstimmig verabschiedet. Sie bilden das Kernstück der Agenda 2030, die für alle Länder des globalen Südens und Nordens gleichermaßen gilt, und sie berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: die soziale, die ökologische und die wirtschaftliche.

Beim SDG 12 „Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster“ geht es um Ressourcen- und Energieeffizienz, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, einen nachhaltigen Lebensstil, eine verantwortliche öffentliche Beschaffung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine bessere Lebensqualität für alle. Damit sind alle entlang der Lieferkette angesprochen, von den Erzeuger*innen bis zu den Verbraucher*innen.

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